Philippus-Kirche

„Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt“

In der Tat hat das Kirchenschiff einen Bug, der scheinbar durch Wasser gleitet und ein Heck. Viel Glas in der Kirche und im gesamten Gemeindezentrum schafft eine interessante Transparenz. Fast alle Räume haben großzügige Fensterfronten und Ausgänge zur innenliegenden Terrasse, Wasserfläche und Garten. Als Reminiszenz an längst vergangene Tage stahlverarbeitender Industrie direkt vor der Kirche sind beide von dem Mataré-Schüler Friedrich Werthmann gestalteten Türen aus Chrom-Nickelstahl zu sehen, die einen Kontrast zur Glasfront bilden. Überragend und weithin sichtbar ist der 37 m hohe Turm mit vier Glocken.

„Komm und sieh!“ ruft die 4., tiefste Glocke unseres Geläuts. Mit diesen schlichten Worten bringt der Jünger Philippus einen anderen Menschen zu Jesus (Johannes 1,46). Das ist auch der Sinn dieser Kirche und des Gemeindezentrums: zu helfen, dass Menschen zu Jesus gebracht werden...

Entsprechend haben auch die drei höher gestimmten Glocken unseres 37m hohen Kirchturms ihre Inschriften bekommen: „Ich bin der Weg“, „Ich bin die Wahrheit“, „Ich bin das Leben“ (Johannes 14,6).

Das Kirchengebäude wurde entworfen vom Düsseldorfer Architekten Hanns Junghans und am 1.Advent 1964 eingeweiht.

Die Philippus-Kirche entspricht dabei dem Grundriss eines Schiffes, links (und ehemals auch rechts) von einem Teich begrenzt. Die Gemeinde (=Mannschaft) sitzt dabei im Halb-rund um Jesus Christus, den Steuermann: Das Gestühl ist ausgerichtet auf das Kreuz, darunter die Kanzel, davor der Abendmahlstisch. Über all dem wölbt sich ein „Sternenhimmel“ aus Lampen.

Das Taufbecken ist aus ähnlichem Material wie die Chrom-Nickel-Eingangstüren der Kirche. Diese beiden mächtigen Türen wurden vom Düsseldorfer Künstler Friedrich Werthmann gestaltet und erinnern schon durch die Herstellung beim früheren Gussstahlwerk Böhler an Lörick als ehemaligen Stahlstandort.

Zur Ehre Gottes spielt eine zweimanualige Orgel mit 23 Registern der Firma Beckerath aus Hamburg.


Kirchenbau Philippus-Kirche

Die in den fünfziger Jahren begonnene intensive Wohnbebauung im äußersten Westen des Stadtgebietes führte zu den Überlegungen, hier ein zweites Zentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkassel als weiteren Pfarrbezirk mit einer Predigtstätte, der Philippus-Kirche, sowie Kindergarten und weiteren Räumen für das Gemeindeleben zu schaffen. Ähnlich wie Anfang des 20. Jahrhunderts die Auferstehungskirche nicht in der Mitte, im Herzen Oberkassels, errichtet, sondern erst später Mittelpunkt der mittlerweile die Kirche umschließenden Bebauung wurde, verhielt es sich anfangs auch mit dem Zentrum der Philippus-Kirche. Es lag an der Grenze zu Oberkassel und dem Heerdter Industriegürtel, der sich längs der Hansaallee hinzog, und bildete so das Entree zum damals wachsenden neuen Lörick. Das alte bäuerlich-katholisch geprägte (Ur-) Lörick lag deutlich entfernt. Eingeweiht wurde die Philippus-Kirche als Abschluss des gesamtem Komplexes am 1. Advent 1964.

Zu diesem Zeitpunkt war die Wohnbebauung noch längst nicht abgeschlossen. Zeitgleich erfolgte auch der Beginn der Erschließung und Bebauung des zwischen Lörick und Oberkassel liegenden Gebietes "Am Seestern" mit z.T. 10 Stockwerken hohen Bürogebäuden. Auch hier ist ein Ende der Bautätigkeit noch nicht erreicht. Einschneidend für die Bevölkerungsstruktur war 1969 die Eröffnung der Wohnanlage "Haus Lörick" und deren Erweiterung Mitte der 90er Jahre mit jetzt 500 Wohneinheiten für ältere Menschen. Hinzu kam 1995 in unmittelbarer Nachbarschaft, ebenfalls seit Jahrzehnten im Bebauungsplan projektiert, ein Alten- und Pflegeheim. Der Stadtteil Lörick hat auf den gesamtstädtischen Durchschnitt bezogen den höchsten Bevölkerungsanteil älterer Menschen einschließlich der Hochbetagten, was wiederum Einfluss auf die Angebote in diesem Gemeindezentrum hat. Die Wohnbebauung hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten näher an das "Dorf" Lörick herangeschoben, wobei der Anteil an Einfamilienhäusern deutlich ist. Es ist zu erwarten, dass bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche künftig für eine entsprechende Bebauung ausgewiesen wird und die Wohnbevölkerung weiterhin zunehmen wird.

Dies ist nicht zuletzt auf massive Bürgerproteste in Lörick in den Jahren 1996-1998 gegen eine intensive gewerbliche Nutzung des entsprechenden Gebietes zurückzuführen, der sein Forum im Gemeindesaal der Philippus-Kirche hatte.



 

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