Einladung und Grundhaltung

Marita Franz ist die Leiterin der Kinder- und Jugendarbeit in der Kirchengemeinde Oberkassel und Lörick.

Mein Leitsatz ist die Segnung der Kinder, wie es im Evangelium nach Markus (10, 13-16) steht: “Lasst die Kinder zu mir kommen, hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Reich Gottes. Amen, das sage ich euch: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er nahm die Kinder in seine Arme, dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie.”

In der Segnung der Kinder finde ich sehr wichtig und schön, dass “er nahm die Kinder in seine Arme”. Er fragt nichts, gibt ihnen die Geborgenheit, die Nähe, nimmt sie so an, wie sie sind. Unsere Grundhaltung ist, dass wir eine “Einladende Gemeinde” sind. Ein Jeder ist willkommen. Egal, welche Nation, welche Religion sie haben. Die Spielgruppen, die Mädchen- und Jungengruppen sind geöffnet für alle Kinder und Jugendlichen. Dieser rote Faden prägt unsere Arbeit: “Egal, woher Du kommst, wir laden Dich ein”.

Ein besondere Schwerpunkt in der Gemeinde ist die Begleitung unserer ehramtlichen Mitarbeiter. Zur Zeit unterstützen ca. 40-50 Jugendliche unsere Jugendarbeit. Davon sind 15 sogar wöchentlich aktiv. Sie sind ganz wichtige Säulen. Und das bedeutet auch, dass ich nicht alleine bin, ich habe Helfer. Die Jugendlichen Mitarbeiter setzen immer neue Impulse, haben neue Ideen, sie sind am Puls der Zeit. Das macht die Arbeit so spannend. Wiederum erleben Jugendliche eine grosse Wertschätzung durch die ehrenamtliche Arbeit. Sie erleben hier häufig etwas ganz Anderes als in der Schule. Sie erleben hier erstmals Verantwortung, sind hier gebraucht, gemocht, ihr Ich wird gestärkt. Es gibt Jugendliche, die gerade in der Krise sind, und dann nehme ich sie besonders gern.

In unserer Gemeinde arbeiten wir situationsbezogen, d. h. wir beobachten, und erspüren, was die Menschen brauchen. So entstand z. B. die “Mutter hat frei”-Gruppe. Allein erziehende Mütter oder Familien, die nach Lörick gezogen sind, hatten damals wenig Möglichkeiten, stundenweise ihr Kind betreuen zu lassen. Vor fünf Jahren gründeten wir eine Jungengruppe, weil wir spürten, dass die Jungen etwas anderes brauchen als die Mädchen. Unsere Kirche ist ein Ort der Begegnung, wo die Kinder im geschützten Rahmen sich ausprobieren und erleben können.