Chronik

Bereits 1913, direkt nach der Grundsteinlegung der Auferstehungskirche, wurde ein Kirchenchor gegründet. Der erste Chorleiter war der Hauptschullehrer und Rektor Wilhelm Althen. Der neue Chor trat unter seiner Leitung im März 1914 bei einem Familienabend des Kirchenbauvereins das erste Mal in der Öffentlichkeit auf. In seiner Rolle als Orgelsachverständiger hat er zusammen mit einem anderen Organisten die erste Orgel der Auferstehungskirche abgenommen. Während des ersten Weltkrieges wurde der Chor als Frauenchor weitergeführt. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde der Chor der Auferstehungskirche unter der Leitung von Walter Georg Pabst als gemischter Chor wiederbelebt. Wilhelm Althen blieb bis 1933 Organist.

Herbert Burbulla war der erste hauptamtliche Kirchenmusiker an der Auferstehungskirche. Er wurde 1933 berufen und übte diese Tätigkeit bis 1955 aus.

Sein Nachfolger wurde 1955 Klaus Peter Bruhn (bis 1968), unter dessen Leitung ein besonders reges musikalisches Leben an der Auferstehungskirche begann. Er führte die Oberkasseler Motetten ein, mit denen er über 50 Abende gestaltete. Unter seiner Regie wurde die Auferstehungskirche in Oberkassel zu einem wesentlichen kirchenmusikalischen Zentrum von Düsseldorf. Klaus Peter Bruhn war gegen die Bewegung der modernen Kirchenmusik. Meinungsverschiedenheiten darüber führten dazu, dass er sein Amt aufgab und die Leitung des Chores der städtischen Musikschule übernahm.

1968 übernahm Wolfram Fürll als Kantor die Leitung der musikalischen Tätigkeiten an der Auferstehungskirche. Er führte die von Bruhn eingeführten Oberkasseler Motetten zunächst fort und etablierte eine vor allem bei älteren Gemeindemitgliedern nicht unumstrittene regelrechte "Jazzszene" an der Kirche. Diese Veranstaltungen fanden bei der Jugend großen Anklang. Mit der Mitwirkung der Edelhagen-Allstar-Band in den Gottesdiensten wird die Auferstehungskirche für eine Reihe von Jahren zu einer Begegnungsstätte der internationalen Jazzszene. Auf der anderen Seite belebte Fürll die Kirchenmusik an der Auferstehungskirche auch mit ganzen Zyklen (Schütz-Passionen und Motetten) vor allem der Vorbach`schen Tradition zurück bis in die Renaissance-Musik.

In den 70-er Jahren wird die Bezeichnung "Kantorei Oberkassel" eingeführt, unter der alle musikalischen Aktivitäten der Gemeinde zusammengefasst wurden und über 35 Jahre auch blieben. Zu diesen Aktivitäten gehörten der Bläserkreis, die Kinderchöre, Jugendkantorei, gregorianische Schola, Classicats, Jazzgruppierungen, das Kammerorchester "Cappella instrumentale".

In den 80er Jahren begann eine immer intensiver werdende musikalische Zusammenarbeit mit dem bulgarischen Orchester-Ensemble Dianopolis. Am 25. 9. 1984 gastierten die Sofioter Solisten mit Stücken von Britten, Hummel und Mozart in der Auferstehungskirche. 1986 reiste die Kantorei Oberkassel mit 80 Musikern, Chor, Solisten und Instrumentalisten der Kantorei Oberkassel zur ersten Aufführung der Johannes-Passion von Joh. Seb. Bach nach Bulgarien. Im März 1991 wurden im Rahmen einer Spendenaktion für Bulgarien tonnenweise Hilfsgüter mit einem 32-Tonner LKW nach Jambol gebracht. Die Hilfsgüter bestanden aus Krankenhaus-Materialien Nahrungsmitteln, Babynahrung, Medikamenten und Waschmitteln mit einem Gesamtwert von 150.000 DM.

2002 wurde nach einem umfangreichen Bewerbungsverfahren Thorsten Göbel aus 46 Bewerbern als neuer Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde Düsseldorf-Oberkassel gewählt. Wolfram Fürll überreichte ihm symbolisch den Taktstock bei seinem letzten Konzert am 23. Juni 2002 („Die Jahreszeiten“ von Haydn).

Mit dem Dienstantritt von Thorsten Göbel am 1. Juli 2002 wurde der wesentliche und sichtbare Teil der internen Umstrukturierung der Ev. Kirchengemeinde umgesetzt; aus zwei hauptamtlichen Kantoren wurde einer. Nicht nur die Auferstehungskirche hatte einen hauptamtlichen A-Kirchenmusiker. Auch die Philippus-Kirche konnte mit der hauptamtlichen B-Kirchenmusikerin Irene von Dewitz auf eine jahrzehntelange kirchenmusikalische Aufbauarbeit und Tradition zurückblicken. Sie war 1961 als erste hauptamtliche Kirchenmusikerin an die Philippus-Kirche gekommen. 1989 gründete sie das Löricker Kammerorchester e. V., dessen Leiterin sie auch weit nach ihrer Pensionierung im Jahre 1998 war.

Die Struktur und die Mitgliederzahl der Kantorei Oberkassel haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Diese Veränderungen sind nicht einfach so geschehen, sondern blicken zurück auf einen einschneidenden Prozess von zwei Jahren. Am Ende dieses Prozesses stand ein Vorsingen für jeden Einzelnen. Der Durchbruch zur Qualitätssteigerung war gelungen. Das Durchschnittsalter hat sich um 13 Jahre auf 48 Jahre gesenkt, der Chor sich unter dem neuen Kantor regelrecht ausgetauscht.

Als erstes Konzert unter der Leitung des neu amtierenden Kantors Thorsten Göbel wird am 15. Dezember 2002 das Weihnachtsoratorium Teile I, III und VI von Johann Sebastian Bach aufgeführt.

Am 22. März 2003 wird in einem Passionskonzert neben Orchesterstücken die „Funeral Music for Queen Mary“ von Henry Purcell, das „Kyrie“ aus der Berliner Messe für Chor und Orgel von Arvo Pärt (geb. 1935) und das „Stabat Mater“ von Antonio Vivaldi gegeben.

Noch von seinem Vorgänger Wolfram Fürll als Orgelbauprojekt begonnen, wurde in einem Festgottesdienst am 20. Mai 2004 zum 90. Geburtstag der Auferstehungskirche die EUROPA-ORGEL „Felix Mendelssohn“ mit der „Messe pour deux orgues et choer“ von Charles-Marie Widor eingeweiht. Am 4. Juli 2004 folgt die Sinfonie Nr. 2 "Lobgesang" von Felix Mendelssohn Bartholdy und am 19. Dezember 2004 das „Oratorio de Noël“ von Camille Saint-Saëns, „Une Cantate de Noël“ von Arthur Honegger und „Magnificat“ von John Rutter.

Seit 2005 finden in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten an jedem Mittwochabend um 18:30 Uhr Orgelkonzerte an der EUROPA-ORGEL statt. Die Reihe der Organisten ist abwechslungsreich, anspruchsvoll und international. Kantor Thorsten Göbel hat diese Konzertreihe als künstlerischer Leiter ins Leben gerufen und spielt traditionell das Abschlusskonzert.

19. März 2005 „Asralda“ von Hermann Markus Pressel, „Concerto“ von Francis Poulenc und das „Requiem“ von Gabriel Fauré.

26. Juni 2005 „Te Deum“ von Antonin Dvorak.

19. November 2005 „Ein Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms.

Am 21. Mai 2006 „König David“ von Arthur Honegger, am 17. September 2006 „Gott soll allein mein Herze haben“ (BWV 169) und „Sehet, welch eine Liebe hat uns der Vater erzeiget“ (BWV 64) und am 17. Dezember 2006 „Vom Himmel hoch“, eine Choralkantate über „Luthers Weihnachtslied“ und der Hymnus „Hör mein Bitten“ von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie die Weihnachtskantate „Une Cantate de Noël“ von Arthur Honegger unter der Begleitung der Vogtland Philharmonie Greiz / Reichenbach, so lautete das Programm der Kantorei Oberkassel im Jahr 2006.

Ein Schwerpunkt in der Arbeit von Kantor Thorsten Göbel ist die Pflege der Vokalwerke von Johann Sebastian Bach. Anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten der 100jährigen Eingemeindung der linksrheinischen Stadtteile in die Stadt Düsseldorf im Jahr 2007, startet Kantor Thorsten Göbel den Bachkantatenzyklus mit 12 Bachkantaten-Gottesdiensten. Begleitet wird die Kantorei Oberkassel dabei von Gesangssolisten und der Philharmonie Düsseldorf auf modernen Instrumenten mit Barockbögen mit ihrer Konzertmeisterin Anke Vogelsänger.

Am 11. März 2007 wird das Gemeindebistros „Em Örjelche“ in den bisher ungenutzten Räumen neben der Auferstehungskirche eröffnet.

3. Juni 2007 „Dixit Dominus“ von Händel sowie die Bachkantaten „Singet dem Herrn ein neues Lied“ (BWV 190) und „Gloria in excelsis Deo” (BWV 191) und am 18. November 2007 „ELIAS“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Seit 2007 besteht eine durch Thorsten Göbel initiierte Verbindung der Kantorei Oberkassel zum Parlament des Landes Nordrhein-Westfalen. Seit dieser Zeit spielt Kantor Thorsten Göbel die monatlich stattfindenden Landtagsandachten im Düsseldorfer Landtag. So wurde am 17. September 2008 ein Parlamentarischer Abend in der Auferstehungskirche durchgeführt, bei dem die Kantorei auftrat.

17. Februar 2008 „Missa Brevis“ von Johann Hugo von Wilderer, dem Hofkomponisten von Jan Wellem.

1. Juni 2008 im Abendkonzert „Petite Messe solennelle“ von Gioacchino Rossini.

23. November 2008 Die „Missa da Requiem“ von Giuseppe Verdi gemeinsam mit der Schwelmer Kantorei.

2009 wird unter dem Titel „100 Jahre evangelisch linksrheinisch“ das Jubiläum der 100-jährigen Zugehörigkeit der linksrheinischen Stadtteile zur Stadt Düsseldorf gefeiert. Zu diesem Anlass erscheint das vom Förderverein der Kantorei Oberkassel finanzierte Jahresprogrammheft erstmals in quadratischer Form.

15. Februar 2009 „Ach Gott, wie manches Herzeleide“ (BWV 3)

15. März 2009 „Herr Jesu Christ, wahr‘ Mensch und Gott“ (BWV 127) und „Kyrie“ aus der Messe F-Dur (BWV 233,1)

29. März 2009 Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach (BWV 245)

21. Mai 2009 „Gott fähret auf mit Jauchzen“ (BWV 43) Sinfonia D-Dur aus der Ratswahlkantate und „Wir danken dir Gott, wir danken dir“ (BWV 29)

14. Juni 2009 „Fürchte Dich nicht“ von Johann Sebastian Bach (BWV 228) und „Fest- und Gedenksprüche“ von Johannes Brahms gemeinsam mit dem Konzertchor Böhlen

20. September 2009 „Was Gott tut, das ist wohl getan“ (BWV 100) mit der Schola der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkassel

22. November 2009 „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ (BWV 140)
Die Predigt hält Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.

13. Dezember 2009 Magnificat in Es-Dur mit Einlagesätzen (BWV 243) Magnificat-Kantate „Meine Seele erhebt den Herrn“ (BWV 10)

Anlässlich der konstituierenden Sitzung des neu gewählten Landtages fand im Juni 2010 ein Ratswahlkantatengottesdienst mit vier Bachtrompeten in der Düsseldorfer Johanneskirche/Stadt- kirche statt, bei dem die Kantorei Oberkassel den musikalischen Teil gestaltete.

21. März 2010 „Stabat Mater“ von Antonin Dvorak.

2. April 2010 „Tilge, Höchster, meine Sünden“ (Psalm 51) nach dem „Stabat Mater“ von Giovanni Pergolesi.

11. Juli 2010 „Was soll ich aus dir machen, Ephraim“ (BWV 89) in einem Gottesdienst in der Philippus-Kirche.

3. Oktober 2010 „Himmelfahrtsoratorium“ (Uraufführung) von Oskar Gottlieb Blarr gemeinsam mit der Kantorei Saalfeld und dem Knabenchor Hösel. Dieses Konzert fand in Kooperation mit dem Düsseldorfer Altstadt-Herbst-Festival statt.

21. November 2010 „Falsche Welt, dir trau ich nicht“ (BWV 52) und „Der Gerechte kommt um“ von Johann Kuhnau.

Im Oktober 2011 stiftet der Verein zur Förderung der Kantorei Oberkassel der Kirchengemeinde anlässlich seines 35-jähringen Jubiläums eine neue Truhenorgel der Orgelbaufirma Mebold / Siegen. Damit konnten die ausführenden Musiker von der Orgelempore in den Altarraum umziehen und den direktesten Kontakt zu den Zuhörern erreichen.

20. Februar 2011 „Vergnügte Ruh, beliebte Seelenlust“ (BWV 170)

3. April 2011 Motetten der Romantik: „Schaffe in mir Gott ein reines Herz“ von Albert Becker, „Richte mich Gott“ und „Mein Gott warum hast Du mich verlassen“ sowie „Laudate pueri“ von Mendelssohn Bartholdy, „Aus der Tiefe“ und „Fürwahr, er trug unsre Krankheit“ von Albert Becker, zusammen mit der Schwelmer Kantorei.

10. Juli 2011 „Wer da gläubet und getauft wird“ (BWV 37) mit dem Figuralchor der Kantorei.

16. Oktober 2011 „Herr, deine Augen sehen nach dem Glauben“ (BWV 102) und das „Kyrie“ aus der Missa g-Moll von Johann Sebastian Bach (BWV 235)

13. November 2011 Symphonie in d-Moll „Reformationssymphonie“ und die Psalmen 98 „Singet dem Herrn“, Psalm 115 "Nicht unsern Namen, Herr" und Psalm 95 "Kommt, lasst uns anbeten" von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Der musikalische Höhepunkt im Jahr 2012 war die Aufführung der Tangomesse „Misatango - Misa a Buenos Aires“ von Martin Palmeri und das „Konzert für Bandoneon und Orchester“ von Astor Piazolla mit der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach und dem jungen Porteño Matias Gonzales, einem der weltbesten Bandoneonspieler, am 24. Februar 2012.
12. Februar 2012 „Tue Rechnung! Donnerwort“ von Johann Sebastian Bach (BWV 168).

24. Juni 2012 „Mit Fried und Freud, ich fahr‘ dahin“ Johann Sebastian Bach (BWV 125).

16. September 2012 „Mein Herze schwimmt im Blut“ Johann Sebastian Bach (BWV 199).

11. November 2012 „Lieder des Abschieds“ von Erich Wolfgang Korngold und „Ein Deutsches Requiem“ von Johannes Brahms.

25. November 2012 „Liebster Gott, wann werd‘ ich sterben“ Johann Sebastian Bach (BWV 8).

16. Dezember 2012 Weihnachtskonzert mit Motetten der Advents- und Weihnachtszeit und einer Lesung aus „Peterchens Mondfahrt“ durch Oskar Gottlieb Blarr.

2013 besteht die Kantorei Oberkassel 100 Jahre! Im Rahmen eines großen Jubiläumsfestprogramms werden neben mehreren Bachkantaten-Gottesdiensten das „Sühnopfer des neuen Bundes“ von Carl Loewe als Passionskonzert und der Symphonische Psalm „König David“ von Arthur Honegger im Rahmen des "düsseldorfs festivals" aufgeführt.

2013 nahm die Kantorei mit drei a-capella Stücken an der Feier im Landtag anlässlich der Gleichstellung der Juden im Rheinland vor 170 Jahren teil. Der Erfolg dieses Auftritts führte zu einer zusätzlichen Einladung in den Düsseldorfer Landtag zur musikalischen Ausgestaltung des offiziellen Weihnachtsgottesdienstes der Staatskanzlei und der Abgeordneten und Mitarbeiter des Landtags NRW am 19. Dezember 2013 in der Wandelhalle des Landtags.

17. Februar 2013 Bachkantaten-Gottesdienst mit „Herr, wie du willt, so schick’s mit mir“ (BWV 73).

14. Juli 2013 Bachkantaten-Gottesdienst mit „Es wartet alles auf dich“ (BWV 187).

8. Dezember 2013 Bachkantaten-Gottesdienst mit „Herz und Mund und Tat und Leben“ (BWV 147).

Der erste Bachkantaten-Gottesdienst des Jahres 2014 wurde am 16. Februar mit der Kantate „Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt“ (BWV 18) gefeiert.

Am 6. 4. 2014 führte die Kantorei Oberkassel mit den „amici del canto“ aus Wuppertal und der Philharmonie Düsseldorf (auf historischen Instrumenten) in der voll besetzten Auferstehungskirche die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach auf.

18. April 2014 Bachkantaten-Gottesdienst zum Karfreitag mit Auszügen aus der Matthäus-Passion.

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